PlaneFox verfolgt 2 zum Verkauf stehende Morane-Saulnier MS 760 Paris und liest jedes einzelne Angebot auf den beobachteten Broker- und Händlerseiten erneut ein — deshalb bewegen sich die Zahlen unten mit dem Markt. Jede Zahl auf dieser Seite wird aus diesen Live-Inseraten gemessen und nicht aus einem veröffentlichten Preisführer übernommen.
Eine Morane-Saulnier MS 760 Paris fliegt etwa 810 nm bzw. rund 1,500 km – das entspricht bei typischer Reisegeschwindigkeit in ruhiger Luft etwa 2 Std. 37 Min..
Eine Morane-Saulnier MS 760 Paris kostet etwa EUR 30.750 im Monat im Betrieb, oder rund EUR 1.320 pro Flugstunde bei 150 Flugstunden pro Jahr.
Die Morane-Saulnier MS 760 Paris ist ein französischer viersitziger Leichtjet, entwickelt aus dem zweisitzigen MS.755 Fleuret Trainer. Der Erstflug erfolgte am 29. Juli 1954, die Serienfertigung lief im Wesentlichen von Ende der 1950er Jahre bis Mitte der 1960er Jahre. Das Muster wurde als Verbindungsflugzeug, Fortgeschrittenentrainer und leichtes Reiseflugzeug für militärische und staatliche Nutzer konzipiert. Seine Bedeutung liegt in der ungewöhnlichen Kombination aus Jetleistung, vier Sitzen und vergleichsweise kompakten Abmessungen, lange bevor sehr leichte Businessjets ein eigenes Marktsegment bildeten.
Die MS 760 Paris wird von zwei Turbomeca Marboré II Turbojets angetrieben, jeweils mit rund 3,9 kN Schub. Typische veröffentlichte Leistungsdaten nennen eine Reisegeschwindigkeit von etwa 310 knots, eine maximale Geschwindigkeit von rund 350 knots, eine Reichweite von etwa 810 nautical miles und eine Dienstgipfelhöhe von rund 39.000 feet. Das maximale Abfluggewicht liegt bei etwa 3.397 kg, das Leergewicht bei etwa 1.950 kg, woraus eine nutzbare Zuladung von rund 1.447 kg resultiert. Käufer sollten beachten, dass reale Reichweite und Nutzlast stark von Triebwerkszustand, Kraftstoffreserve, Avionikumbauten und Betriebsprofil abhängen.
Die Kabine ist für vier Personen in zwei Reihen ausgelegt und bietet eher Trainer als Businessjet Charakter. Der Einstieg, die Sicht nach außen und die direkte Sitzanordnung sind für Schulung und Verbindungsflüge geeignet, der Komfort entspricht jedoch nicht modernen Very Light Jets. Die Avionik ist bei erhaltenen Flugzeugen sehr unterschiedlich. Originale Instrumentierung ist überwiegend analog. Modernisierte Exemplare können IFR fähige Funkgeräte, Garmin GNS 430 oder GTN Navigatoren, moderne Transponder, ADS-B Ausrüstung, Audio Panels und teilweise elektronische Anzeigen haben. Eine werksseitige integrierte Suite wie Garmin G1000 oder Garmin Perspective gehört nicht zum Muster.
Am Markt ist die Morane-Saulnier MS 760 Paris ein Nischenflugzeug für Käufer mit Interesse an historischen Jets, nicht ein direkter Ersatz für moderne Turboprops oder sehr leichte Businessjets. Wichtige Prüfpunkte sind Triebwerkslaufzeiten und Ersatzteilversorgung für die Marboré Triebwerke, Strukturzustand, Korrosionsbefunde, Fahrwerk, Bremsen, Hydraulik, Kraftstoffsystem und die Dokumentation militärischer oder staatlicher Vorbesitzer. Relevante Varianten sind vor allem die MS 760A Paris I und die MS 760B Paris II, letztere mit stärkeren Marboré VI Triebwerken. Wertbildend sind eine klare Historie, aktuelle Zulassung, nachvollziehbare Wartung, verfügbare Ersatzteile und zeitgemäße Avionik. Die laufenden Kosten und die technische Betreuung sind typischerweise der entscheidende Faktor, weniger der reine Anschaffungspreis.